Hochrangige chinesische Delegation besucht BellandVision

Recycling und Umweltschutz sind wichtige Herausforderungen im Reich der Mitte

Gruppenfoto der chinesischen Delegation:
1. Reihe: 3.te von links: Frau Manuela Hamp, Programmkoordinatorin und Betreuerin der Delegation, Unternehmensberatung Hamp, 4.ter von links: Herr Thomas Mehl, Geschäftsführer der BellandVision GmbH, 5.ter von links: Herr Liu Qiang, Führer der Delegation, 6.te von links: Anja Fischer, Referentin Marketing der BellandVision GmbH

Pegnitz, 19. September 2012

Auf Einladung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums besucht aktuell eine hochrangige Delegation von chinesischen Wirtschaftsführern Bayern, um sich bei Umweltbehörden und Unternehmen der Branche detailliert über Recycling und Kreislaufwirtschaft zu informieren. Während eines Stopps beim zweitgrößten dualen System BellandVision erfuhr die Gruppe mehr zur wirtschaftlichen Abwicklung von Verpackungssammlung und -recycling. Geschäftsführer Mehl begrüßte die chinesischen Gäste und erläuterte in seinem Fachvortrag die Funktionsweise der dualen Entsor-gung in Deutschland sowie die Einbindung der BellandVision in diese Aufgaben.

Gestützt auf Erhebungen der Weltbank geht man davon aus, dass sich Chinas Abfallmengen aus privaten Haushalten bis 2030 nahezu verdoppeln; das wären bis zu 550 Mio. Tonnen jährlich. Bisher findet dieser riesige Abfallstrom vorwiegend den Weg auf Deponien (rund 89%) oder zu Hausmüllverbrennungsanlagen. Die Chinesen wissen: So, wie es derzeit gemacht wird, ist es wenig zukunftsträchtig. Das soll sich grundlegend ändern.

Die Umsetzung eines nachhaltigen Entsorgungsmanagements stellt für China eine enorme Herausforderung dar, deshalb sind Konzepte, die Rohstoffe zurückgewinnen und die Umwelt schützen, im Reich der Mitte zunehmend gefragt. China ist sehr stark an deutschem Know-how interessiert, denn die Erfolgsgeschichte des Recyclings und der dualen Systeme hierzulande ist auch in China bekannt.

In einem 2-stündigen Vortrag gab Geschäftsführer Thomas Mehl einen Einblick in die Abläufe eines dualen Systems. BellandVision arbeitet auf Basis der in Deutschland geltenden Verpackungsverordnung und hat auf der einen Seite Lizenzverträge mit ca. 4.500 Kunden, die in Deutschland verpackte Produkte vertreiben. Auf der anderen Seite gibt es vertragliche Verbindungen mit über 1.000 Partnern aus der Entsorgungswirtschaft, die die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verpackungsabfälle operativ im Auftrag von BellandVision umsetzen. Als Nachweis für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beim Recycling, muss BellandVision den zuständigen Umweltbehörden umfangreiche Dokumentationen vorlegen. Mehl hat zudem den Chinesen aufgezeigt, dass das deutsche Konzept für das Recycling unter Führung der privaten Entsorgungswirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz leistet und zwar mit 20% der Gesamt-CO2-Einsparungen, den größten Anteileiner Branche überhaupt.

Die Gäste unter der Führung von Herrn Liu Qiang aus Peking, dem stellvertretenden Vorsitzenden des nationalen chinesischen Verbandes für Ressourcen und Recycling, diskutierten das vorgestellte deutsche Modell für Verpackungsentsorgung und -recycling mit den Gastgebern nach chinesischer Manier sehr angeregt und ausführlich. Welche Erfahrungen und Modelle auf chinesische Verhältnisse übertragbar sind, wird die Zukunft zeigen.

Mehl fasste die Begegnung mit der Delegation aus Fernost zusammen: „Die Gäste waren ernsthaft interessiert an der Art und Weise, wie durch duale Systeme, insbesondere durch BellandVision nicht nur die umweltpolitischen, sondern auch die ökonomischen Zielsetzungen erreicht werden, denn Recycling muss ja auch für jedermann bezahlbar bleiben. In Deutschland stammen bereits rund 14 Prozent aller Rohstoffe, die die Industrie verbraucht, aus dem Recycling. Mit den Recyclingquoten in Deutschland liegen wir auf einem der Spitzenplätze in Europa und das bei niedrigsten Preisen."